Arbeiten im Grossunternehmen: wird Effizienz belohnt?
Gerade in der Informatik arbeitet man oft mit Tasks oder Tickets. Für jedes Ticket gibt es eine Schätzung, wie lange man ungefähr dafür brauchen sollte. Danach arbeitet man es ab und bucht seine Zeit darauf.
Was mir dabei immer wieder auffällt: Wenn du schneller bist als geplant, wirst du im System eigentlich nicht wirklich dafür belohnt.
Klar, du hast den Task früher erledigt. Aber du kannst dann nicht einfach sagen: „Cool, ich war effizient, ich mache jetzt Feierabend.“ In der Realität kommt meistens einfach der nächste Task. Und wenn du früher gehst, hast du am Ende vielleicht zu wenig Arbeitszeit aufgeschrieben.
Das bedeutet: Schneller und effizienter zu arbeiten führt oft nicht zu mehr Freiheit, sondern einfach zu mehr Arbeit.
Und genau das finde ich spannend. Denn eigentlich sollte Effizienz ja etwas Positives sein. Aber im Angestelltenverhältnis ist das System häufig nicht so aufgebaut, dass Effizienz direkt belohnt wird.
Als Selbstständiger ist das anders.
Wenn du einen Auftrag schneller und effizienter erledigst als geplant, hast du plötzlich echte Wahlfreiheit. Du kannst den nächsten Auftrag annehmen und mehr verdienen. Oder du nutzt die gewonnene Zeit für dich, für Freizeit, für Sport, für Familie, für neue Ideen oder für den Aufbau von etwas Eigenem.
Und genau dadurch verändert sich auch das Denken.
Als Selbstständiger fragst du dich viel eher: Wie kann ich besser, schneller und effizienter arbeiten, ohne an Qualität zu verlieren?
Weil der Vorteil direkt bei dir ankommt.
Das soll kein Angriff auf Angestellte sein. Ich war selbst lange angestellt und habe in verschiedenen Unternehmensgrössen gearbeitet. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, wie stark das jeweilige System beeinflusst, wie wir arbeiten, denken und handeln.
Wie seht ihr das?
Wird schnelles und effizientes Arbeiten im Angestelltenverhältnis wirklich belohnt? Oder führt es am Ende einfach nur dazu, dass man noch mehr Arbeit bekommt?